Das Auwelsloch

Das Auwelsloch nach dem Brand

Danke für die bereitgestellten Luftaufnahmen an Martin Diebel

 

 

Das Auwelsloch

Wer das Auwelsloch mieten möchte, schaut bitte auf der Seite „Vermietung Auwelsloch“

 

Die Grillhütte wurde am 11.September 1976 mit einem Einweihungsfest ihrer Bestimmung übergeben. Sie war im Laufe des Jahres 1976 von den Mitgliedern der Vereine und Verbände im Dorf aufgebaut worden.

Die im Dorf ansässigen Vereine gründeten die Vereinsgemeinschaft Grillhütte.

Im folgenden eine Auflistung jeweils mit dem damaligen Vorsitzenden bzw Vertreter:

 

Angelverein                                                      Johannes Leiser

Burschenschaft                                                 Otto Günther

Brieftaubenverein                                             Hans Richhardt

Deutscher Amateur Radio Club - OV Knüll   Helwig Klippert

Freiwillige Feuerwehr                                      Johann Heinrich Schultheiß

Posaunenchor                                                   Konrad Jüngel

Reservistenkameradschaft                               Georg Eckhardt

Schützenverein                                                 Jürgen Riedemann

Sportclub Rot – Weiß                                      Walter Leiser

SPD Ortsverein                                                Horst Blumenauer

VdK                                                                 Heinrich Metz

Verschönerungsverein                                      Ludwig Bernhardt

Waldinteressenten                                            Johann Georg Blumenauer

 

Helwig Klippert wurde zum Vorsitzenden und Kassenwart gewählt.

Willi Braun übernahm als Gemeindediener die Geschäfte des Grillwartes. Terminabsprachen, Übergabe der Grillhütte vor und nach einer Veranstaltung waren seine Aufgaben.

Otto Günther erklärte sich bereit, die notwendigen Wartungsabläufe in und um die Grillhütte zu übernehmen.

 

 

Zur Vorgeschichte:

Das Grillen, sei es als Spießbraten vom drehenden Spieß oder auf einem Schwenkgrill gebratene Steaks, kam in den 70er Jahren so langsam in Mode. Heute in fast jedem Haushalt bei Familienfeiern selbstverständlich, machten damals die Vereine den Anfang. Gegrillt wurde an allen möglichen Stellen in der Ortsumgebung, auch in der Nähe des Waldes. So reifte der Wunsch nach einer Grillstelle, an der man an kühleren Sommerabenden auch mal ein Lagerfeuer gefahrlos anlegen konnte.

An dem Standort der jetzigen Grillhütte hatte man in früheren Zeiten Sand abgebaut. Mittlerweilewaren Kiefern und Pappeln schon sehr groß gewachsen. Heinrich May hatte seine Obstplantage in unmittelbarer Nähe und dazu die Sandlöcher gepachtet, um sich dort quasi einen Altersruhesitz einzurichten. Mit einem Schaustellerwagen als Wohnwagen und einigen Hütten für die Lagerung von Stroh und zur Unterbringung seines umfangreichen Geflügelbestandes wurde das Areal bestückt. Er verstarb im Jahr 1975. Hiernach verwilderte das Gelände und der Sportverein nutzte es ab und zu zum Grillen. Dabei genoss man die schöne Aussicht von da oben, und es wurde schon mal darüber nachgedacht, eventuell einen Grillplatz zu errichten.

Die Initialzündung zu diesem Projekt kam dann bei einem Rundgang der Kommunalpolitiker, des Ortsbeirates und Bediensteten des Forstamtes. Die Kommission, allen voran Bürgermeister Walper, kam wegen der schönen Aussicht auf Neukirchen, Rückershausen und Riebelsdorf zu der Erkenntnis: „Hier müsste eine Schutzhütte hin, die Stadt würde sich daran beteiligen“.

Diese Aussagen fanden bei den örtlichen Vereinen schnell Gehör und mit Hilfe des zuständigen Försters Greiling wurden kurz danach Bäume oberhalb der Sängermühle gefällt und zum Sägewerk Orth (heute Bischoff) gefahren. Dort sollten sie zu Brettern für die Blockhütte gesägt werden. Otto Günther, als Vorarbeiter auf dem Zimmerplatz im Sägewerk Orth, machte den Vorschlag, die entsprechenden Bretter aus dem vorhandenen Vorrat gleich mit zum geplanten Grillplatz zu transportieren. So lagen die fertigen Bretter noch am gleichen Tage zur Verarbeitung auf der kommenden Baustelle. Ähnlich schnell ging es mit dem Aufräumen des Geländes, dem Abholzen mehrerer Pappeln mit einem Durchmesser bis zu 70cm und dem Gießen der Betonplatte. Das Gebälk wurde unter Leitung von Otto Günther im Sägewerk zurecht gezimmert. So stand die Hütte mit Grillstation und Toiletten innerhalb weniger Wochen zur Einweihung bereit. Die Begeisterung an diesem Projekt konnte man an der Vielzahl von Helfern aus den Vereinen ablesen.

 

In den alten Kiefern nisteten Eulen, so wurde der Name „Auwelsloch“ geboren. Die Idee dazu hatte Georg Stähling (Nuhns Georg). Er schnitzte auch gleich eine Eule aus Eichenholz. Dieses Kunstwerk überlebte leider wetterbedingt nur ein paar Jahre.

 

Durch die Erlöse bei der Einweihungsfeier konnte dann im weiteren Verlauf die Anlage verbessert werden. Ein Stromerzeuger, in der ersten Zeit hatte man den von dem Amateurfunk Ortsverein Knüll ausgeliehen, Motorsense und andere Geräte zur Pflege des Platzes wurden angeschafft.

 

Im Herbst 1978 wurde die Böschung bepflanzt. Da sie immer wieder bei starken Regenfällen ins Rutschen kam, musste durch Bepflanzung eine Stabilisierung erreicht werden.

 

1979 wurde der Fußboden von Leo Mann mit Klinkern versehen, und Johann Heinrich Eckhardt baute vier Fenster und eine Tür ein.

 

1980 kam man zu der Einsicht, dass die Hütte im Innenraum etwas gemütlicher werden sollte. Georg Eckhardt, Otto Günther, Heinz Kister und Helwig Klippert übernahmen die Innenarbeiten. Die Fachwerke wurden mit Glaswolle isoliert und mit Kunststoffputz auf Spanplatten versehen. Der Raum wirkte nun etwas wohnlicher, und dadurch wurde es auch etwas gemütlicher.

 

1982 musste ein Nachfolger für Willi Braun als Grillwart gefunden werden. Heinrich Metz erklärte sich dazu bereit. Auch wurde in diesem Jahr eine neue Hausordnung erstellt (siehe Anhang).

 

1984 wurde Georg Eckhardt als Vorsitzender gewählt.

 

Der Sportverein hatte traditionsgemäß am 1. Mai seine Grillfeste und übernahm die Generalreinigung nach der Wintersaison. Dafür wurden die Gebühren erlassen.

 

Hartmut Mangold übernahm anfangs der 90er Jahre den Vorstandsposten und übt ihn bis heute aus.

 

An negativen Ereignissen ist zu berichten, dass bei einem Einbruch in das Toilettengebäude der Stromerzeuger entwendet wurde. Eine Versicherung war aber von Anfang an abgeschlossen, und so gab es keinen nennenswerten Verlust.

 

Ein tragisches Ende nahm eine Sylvesterfeier der Burschenschaft Loshausen. Man feierte bis gegen Mitternacht. Dann ging das Benzin im Stromgenerator aus und zwei Burschen gingen zum Generatorraum, um aufzutanken. Der volle Benzinkanister zum Nachtanken stand in dem kleinen Raum neben dem Generator und hatte sich mit aufgeheizt und das Benzin sprudelte beim Öffnen des Kanisters heraus. Statt mit einer der in der Hütte vorhandenen Taschenlampen, leuchtete einer der beiden Burschen mit dem Feuerzeug, was zu einer Explosion führte. Er starb einige Monate später an seinen schweren Brandverletzungen.

 

(Quellennachweis: Riebelsdorf – Ein Schwälmer Dorf im Wandel der Zeit)

 

Das Auwelsloch heute

 

Da das Auwelsloch in den letzten Jahren mehr und mehr verfällt, hat die IG Alteisen e.V. beschlossen, prüfen zu lassen ob man als Verein die Hütte „übernehmen“ und sich dann um die Sanierung kümmern kann.

Aus diesem Grund fand Anfang August 2012 bereits ein Treffen der aktuellen Vorstände der Vereine aus der Vereinsgemeinschaft im Auwelsloch statt. Bei diesem Treffen waren auch der Vorsitzende und der Kassierer der Vereinsgemeinschaft Hartmut Mangold und Helwig Klippert vor Ort.

Alle Anwesenden Vorstände äußerten sich durchweg positiv zu dem Vorhaben der IG Alteisen e.V.

Hierauf wurde das Vorhaben schriftlich fixiert und der Stadtverwaltung Neukirchen zur Entscheidung vorgelegt.

Nachdem alle Unterschriften der Vorstände eingeholt waren und der Nutzungsvertrag durch die Stadtverwaltung verabschiedet wurde, konnte am 20. Oktober 2012 der erste Arbeitseinsatz durch die IG Alteisen durchgeführt werden.

Bei diesem ersten Arbeitseinsatz wurden zuerst einmal Büsche um das Auwelsloch geschnitten, das Gelände von Unrat befreit und das Dach des Auwelsloch ausgebessert.

 

Wer das Auwelsloch mieten möchte, kann sich jederzeit an den Hüttenwart Dirk Jäckel wenden: 0173 1976019
                                                                       

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